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Hintergrund und Ziele

In diesem fachübergreifenden Forschungsvorhaben werden Werkzeuge zur Bewertung relevanter Indikatoren der EU-Richtlinien Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL), der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL), der Vogelschutz-Richtlinie (VRL) und der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) entwickelt. Insbesondere werden die MSRL-Deskriptoren Meeresboden-Integrität (D6), Nahrungsnetze (D4) und Biodiversität (D1) berücksichtigt.

 

Ergebnisse

Der Einfluss und die Wechselwirkung von Sedimentcharakteristika und hydrologischen Kräften auf die benthische und avifaunistische Artengemeinschaft untersucht. Umfangreiche Kartierungen sublitoraler Sedimentverteilungsmuster und benthischen Lebensräumen in verschiedenen, als charakteristisch angesehener Teilbereiche des Nordfriesischen (StopP-I) und des Dithmarscher Wattenmeeres (StopP-Synthese) sowie der jeweils westlich vorgelagerten Areale des offenen Schelfmeeres vervollständigen nicht nur den „Küstenmeeratlas“, sondern können als Grundlage für die Bewertung des Deskriptors 6 "Meeresbodenintegrität" herangezogen werden. Die Ergebnisse der funktionalen Modelle haben aufgezeigt, dass sowohl die Habitatmodellierung als auch die Ökologische Nahrungsnetzanalyse (ENA) geeignet sind, Grundlagen für die erforderlichen Arbeiten zur Umsetzung der einschlägigen EU-Richtlinien bereit zu stellen. Durch die Habitat-Modellierungen wurden Habitatpotenzialkarten für die wichtigsten benthischen Organismen benthivorer Vögel im Untersuchungsgebiet erstellt. Die Habitatpotentialkarten geben über Bereiche Auskunft, in denen die betrachteten Arten aufgrund der verwendeten Umweltparameter einen geeigneten Lebensraum vorfinden. Es gelang mit Hilfe der Habitatmodelle die ökologische Nische einzelner Arten genauer zu beschreiben und Schwellenwerte abzugrenzen. Des Weiteren war es möglich, Bewegungsmuster von Silbermöwen für die Vorhersage der Lage eulitoraler Muschelflächen zu nutzen und zeigte eindrucksvoll, wie gut Vögel als Bioindikatoren genutzt werden können.  Die Anwendbarkeit von ENA-Indikatoren für die Zustandsbewertung von Nahrungsnetzen nach MSRL (Deskriptor 4) und OSPAR wurde anhand verschiedener Habitate getestet. In einem ersten Ansatz gemäß MSRL und OSPAR wurde Schwellenwerte zur Bewertung des guten ökologischen Zustandes (GES) entwickelt. Weiterhin wurde die Empfindlichkeit der ENA Indikatoren auf Störungen (z.B. invasive Arten) und Klimaszenarien (Temperaturanstieg) unterschiedlicher Belastungsstärke (pressure-state relationship) analysiert. Ein wichtiges Ergebnis des Vorhabens war die Identifizierung 7 geeigneter Nahrungsnetz-Indikatoren aus der Ökologischen Netzwerkanalyse (ENA), die das Potential haben eine gute Vorhersage über den Status des Ökosystems allein oder in Kombination zu machen (Fath et al. 2019). Es gelang der direkte Transfer der Projektergebnisse in Politik und Management. Die Nationalparkverwaltung hat seit November 2018 die Leitung der OSPAR food web expert group übernommen und den „lead“ über den OSPAR Indikator FW9: Ecological Network Analyses (ENA). Entwicklungen von Bewertungsansätzen werden fortgesetzt und mit den zuständigen regionalen Konventionen (z. B. OSPAR) und Verwaltungen weiter diskutiert. Der langfristige Zugang aller Projektdaten wurde durch eine zentrale Datenhaltung sichergestellt.

 

Alle Publikationen und akademischen Qualifikationsarbeiten finden Sie unter folgenden Links:

Publikationen

Akademische Qualifikationsarbeiten

 

 

Förderzeitraum: 

STopP I:                  04/2013 - 03/2016

 StopP Synthese:   04/2016 - 03/2019

 

Fördersumme: 

STopP I (gesamt):                           1.200.000,- €

 STopP Synthese (gesamt)            865.185,- €

 

Koordinator: Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig Holstein, Nationalparkverwaltung (NPV), Tönning

Projektpartner:

  • Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Wattenmeerstation Sylt (AWI), List
  • Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit dem Institut für Geowissenschaften, Sedimentologie, Küsten- und Schelfgeologie (IfG), Kiel und dem Forschungs- und Technologiezentrum Westküste, Büsum
  • Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), Abteilung Gewässer, Flintbek

 

Website: www.nationalpark-wattenmeer.de/sh/stopp-2193

 

Kontakt:

  • Projektleiter
    Kai Eskildsen

    Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz
    Nationalparkverwaltung
    Schlossgarten 1, 25832 Tönning
    Tel +49 4861 616 44
    kai.eskildsen[@]lkn.landsh.de

  • Projektmanagement
    Dr. Ulrike Schückel

    Tel: +49 4861 616 50
    Ulrike.Schueckel[@]lkn.landsh.de